23. Februar 2026
Veröffentlichungsreihe – 2 von 110 Insights
Am 26. Januar 2026 fand in Hamburg der dritte internationale Nordsee-Gipfel (North Sea Summit) statt, bei dem Regierungs- und Staatschefs sowie Energie- und Umweltministerinnen und -minister aus Deutschland, Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, Luxemburg, den Niederlanden und Norwegen, neben Vertreterinnen und Vertretern der Europäischen Kommission sowie erstmalig auch Islands und der NATO zusammenkamen. Darüber hinaus nahmen mehr als 100 Unternehmensvertreterinnen und -vertreter teil.
Ziel des Gipfels war es, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Ausbau der Offshore-Windenergie voranzutreiben, um Europas Energieresilienz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Die Ergebnisse wurden in einer gemeinsamen „Hamburger Erklärung“ sowie in weiteren zwischenstaatlichen Gipfel-Erklärungen und Kooperationsprojekten festgehalten. Darüber hinaus einigte man sich auf einen Aktionsplan (Hamburg Declaration of Energy Ministers) der Energieministerinnen und Energieminister, um diese Schritte zu realisieren.
Im Zentrum der Ergebnisse steht die „Hamburger Erklärung“ (Hamburg Declaration), die von den teilnehmenden Staaten und Ministerien verabschiedet wurde. Sie soll eine Antwort auf die aktuellen geopolitischen und energiewirtschaftlichen Herausforderungen sein und die Zusammenarbeit beim Ausbau und dem Schutz der Offshore-Energieinfrastruktur im Nordseeraum stärken. So soll der Ausbau effizienter gestaltet und Kosten gesenkt werden. In der „Hamburger Erklärung“ verständigten sich die Staaten darauf, gemeinsam bis zu 100 Gigawatt (GW) installierte Offshore-Windleistung grenzübergreifenden zu vernetzen. Ein Offshore-Finanzierungsrahmen (Offshore Financing Framework, OFF) soll auf bestehenden Finanzierungsinstrumenten aufbauen und große gemeinsame Projektsets ermöglichen. Die Staaten begrüßen die bestehenden Pläne der Offshore TSO Collaboration (OTC) und der Projektentwickler, in den 2030er Jahren Kooperationsprojekte mit einer Leistung von bis zu 20 GW umzusetzen.
Die Anrainerstaaten verpflichten sich zudem zu mehr Planungssicherheit und verbesserten Investitionsbedingungen für Offshore-Energieprojekte. Dazu zählen unter anderem stabilerer Ausschreibungsverfahren und die Risikominderung für private Investoren sowie der Schutz von Lieferketten.
Kooperationen sollen auch den Ausbau von Offshore-Wasserstoffproduktion, -transport und -speicherung fördern, einschließlich der entsprechenden Lieferketten, um die Wasserstoff-Infrastruktur in der Nordsee voranzubringen und effizienter zu machen. Eine Roadmap für die Koordinierung der Offshore-Energienetze soll rechtzeitig zum nächsten Gipfel fertiggestellt werden.
Aufgrund zunehmender Bedrohungen, stand ebenso die Sicherheit und Resilienz der Offshore-Energieinfrastruktur im Fokus. Die Teilnehmenden wollen die multilaterale Sicherheitszusammenarbeit stärken, ggf. auch mit Unterstützung der NATO. Die Bedeutung von „Security by Design“ wurde erneut betont, ebenso wie die Bedeutung der Standardisierung von HGÜ-Komponenten, um schnelle Reparaturen zu ermöglichen.
Die Vertreterinnen und Vertreter der Nordseestaaten, der Offshore Windindustrie und der Übertragungsnetzbetreiber (TSOs) unterzeichneten zudem den „Joint Offshore Wind Investment Pact for the North Seas“. Demzufolge streben die Nordsee-Staaten eine „stabile Pipeline von Offshore-Wind-Ausschreibungen über das Jahr 2030 hinaus“ an, um zwischen 2031 und 2040 eine jährliche europäische Installationskapazität von 15 GW zu erreichen. Zudem soll durch Mechanismen wie Contracts for Difference (CfDs) sowie Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements, PPAs) ein solider Investitionsrahmen geschaffen werden. Die Branche verpflichtet sich im Gegenzug, „die Stromgestehungskosten bis 2040 um 30 Prozent zu reduzieren“. Zudem sollen in Europa bis 2030 9,5 Milliarden Euro in neue Produktionskapazitäten investiert werden und 91.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden.
Darüber hinaus trafen Deutschland und Dänemark am Rande des Gipfels eine bilaterale Einigung zur gemeinsamen Förderung des Windparks im Rahmen des Kooperationsprojektes „Bornholm Energy Island“. Geplant ist ein Stromdrehkreuz auf der dänischen Insel Bornholm, das Offshore-Windstrom nach Deutschland und Dänemark weiterleitet.
Auch aus der Industrie waren Absichtserklärungen zu vernehmen. So kündigten der britische Netzbetreiber „National Grid Ventures“ und „Tennet Deutschland“ an, deutsche und britische Offshore-Windparks zu verbinden.
Die Ergebnisse des dritten internationalen Nordsee-Gipfels sind nicht nur politische Zielsetzungen, sondern werden vonseiten der Wirtschaft als bedeutende Impulse für die Energiewende gesehen. Branchenakteure bewerten den gemeinsamen Investitionsrahmen als wichtigen Schritt zur Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energien in Europa. So begrüßt der Bundesverband der Windparkbetreiber Offshore (BWO) die Beschlüsse „ausdrücklich“ und fordert damit einhergehend „stabile Ausbaupfade, investitionsfreundliche Ausschreibungsrahmen und eine deutlich stärkere europäische Kooperation“. Zu den Befürwortern zählen unter anderem auch der Maschinenbauerverband VDMA Power Systems, der in dem Gipfel „ein klares Signal für die Offshore-Windenergie“ sieht und die Hydrogen Network Operators of the Northern Seas (HyNOS), Unterzeichner des Joint Offshore Wind Investment Pact for the North Seas, für welche der Pakt „die Grundlage für Offshore-Wasserstoffproduktion in den nördlichen Meeren“ legt.
Auch wenn die Gipfel-Erklärungen lediglich den politischen Konsens widerspiegeln und weder verbindlich sind noch in der Regel in verbindliche Verträge mit Verpflichtungen bezüglich Ressourcen oder Zeitplänen münden, markiert der 3. North Sea Summit in Hamburg einen weiteren Meilenstein in der europäischen Zusammenarbeit zur Energiewende. Die zentrale Hamburger Erklärung und der gemeinsame Investitionspakt für Offshore-Windenergie setzen einen klaren Fokus auf die beschleunigte Entwicklung grenzüberschreitender Offshore-Windparks, Energienetze und Infrastrukturmechanismen. Mit einem Großziel von 100 GW vernetzter Offshore-Windleistung und der Bestätigung langfristiger Ausbauziele von bis zu 300 GW bis 2050 untermauern die Nordsee-Staaten ihr Engagement für saubere, resiliente und bezahlbare Energie in Europa.
23. Februar 2026
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von Dr. Janina Pochhammer und Dr. Niels L. Lange, LL.M. (Stellenbosch)
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