11. Februar 2026
Veröffentlichungsreihe – 2 von 107 Insights
Die Europäische Kommission hat mit der delegierten Verordnung vom 3. Februar 2026 zur Verordnung (EU) 2024/3012 den europäischen Zertifizierungsrahmen für CO₂-Entnahmen weiter ausgestaltet (Link). Die Grundverordnung hatte im Jahr 2024 erstmals einen EU-weit einheitlichen, freiwilligen Rahmen für die Zertifizierung von CO₂-Entnahmen, Carbon Farming sowie der Kohlenstoffspeicherung in biobasierten Produkten geschaffen (Carbon Removals and Carbon Farming Framework, CRCF).
Mit dem nun angenommenen delegierten Rechtsakt werden erstmals konkrete Zertifizierungsmethoden für dauerhafte CO₂-Entnahmen festgelegt. Die Kommission setzt damit den mehrstufig angelegten CRCF-Rahmen operativ um, der erst durch Durchführungs- und delegierte Rechtsakte vollständig wirksam wird.
Die delegierte Verordnung wurde dem Europäischen Parlament und dem Rat der Europäischen Union übermittelt. Beide Institutionen können innerhalb von zwei Monaten Einspruch erheben. Erfolgt kein Einspruch, tritt die Verordnung zwanzig Tage nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft. Diese Veröffentlichung wird für Anfang April erwartet. In diesem Fall wäre sie in allen Mitgliedstaaten unmittelbar anwendbar und verbindlich.
Bereits im November 2025 hatte die Kommission mit der Durchführungsverordnung (EU) 2025/2358 die institutionellen und verfahrensbezogenen Grundlagen des CRCF festgelegt. Diese Regelung definierte unter anderem Anforderungen an Zertifizierungssysteme, Zertifizierungsstellen sowie Prüf- und Auditverfahren. Die nun verabschiedete delegierte Verordnung ergänzt diesen Governance-Rahmen um die inhaltlichen Kriterien und legt fest, welche CO₂-Entnahmeaktivitäten unter welchen Bedingungen zertifiziert werden können.
Inhaltlich konzentriert sich die delegierte Verordnung zunächst auf Technologien, die nach Einschätzung der Kommission als vergleichsweise ausgereift gelten und einen relevanten Beitrag zur Erreichung der langfristigen Klimaziele leisten können. Erfasst werden drei Kategorien dauerhafter CO₂-Entnahmen:
Für alle drei Methoden definiert die Verordnung einheitliche Anforderungen, die bestimmen, wann eine CO₂-Entnahme als dauerhaft anerkannt werden kann.
Zentrale Elemente der Zertifizierung sind Vorgaben zur Quantifizierung der tatsächlich entnommenen CO₂-Mengen, zur Sicherstellung der langfristigen Speicherung sowie zum Umgang mit Risiken wie Leckagen, Reversibilität, Verlagerungseffekten und Haftungsfragen. Die Methoden legen fest, was als eine zertifizierbare Tonne CO₂-Entnahme gilt, wie die Dauerhaftigkeit nachzuweisen ist und welche Kontroll- und Monitoringpflichten gelten.
Nach Angaben der Kommission schaffen die Regelungen einen Mindeststandard für ökologische Integrität, erhöhen die Transparenz und machen unterschiedliche Projekte vergleichbar. Zugleich sollen sie das Risiko von Greenwashing begrenzen, indem klare Anforderungen an Nachweisführung, Überprüfung und Haftung formuliert werden.
Die Zertifizierung bleibt ausdrücklich freiwillig. Gleichwohl etabliert die EU erstmals einen gemeinsamen Referenzrahmen für Projektentwickler, Investoren und potenzielle Abnehmer von CO₂-Entnahmen. Damit werden zentrale Voraussetzungen für die Entstehung eines EU-weiten Marktes für zertifizierte CO₂-Entnahmen geschaffen.
Nach Inkrafttreten der Verordnung können Zertifizierungssysteme bei der Europäischen Kommission die Anerkennung für einzelne Methoden beantragen. Die Kommission wird die Zertifizierungssysteme mithilfe eines noch zu entwickelnden, standardisierten Bewertungsprotokolls bewerten. Dieses wird auf der Website der Generaldirektion Klimapolitik (GD CLIMA) veröffentlicht. In ihrer Pressemitteilung teilte die Kommission mit, dass die ersten Projekte bereits in den kommenden Monaten zertifiziert und anerkannt werden können. Die Kommission ist der Auffassung, dass die Standards nicht nur den europäischen Klimaschutz stärken, sondern auch internationale Maßstäbe für glaubwürdige CO₂-Entnahmen setzen.
Die Kommission hat angekündigt, im Jahr 2026 zwei weitere delegierte Verordnungen vorzulegen. Diese sollen Zertifizierungsmethoden für Carbon Farming sowie für die CO₂-Speicherung in biobasierten Bauprodukten regeln. Zusammen würde damit ein umfassender europäischer Rahmen für unterschiedliche Formen des Kohlenstoffmanagements entstehen.
Um den freiwilligen Markt für CRCF-Zertifikate anzukurbeln, kündigte die Kommission zudem bereits im Rahmen der EU-Bioökonomie-Strategie die Einrichtung eines EU-Käuferclubs für dauerhafte CO₂-Entfernungen und Carbon Farming an. Außerdem unterstützen der Europäische Innovationsrat und der Innovationsfonds innovative Projekte zur CO₂-Entfernung.
11. Februar 2026
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