Resiliente Supply Chains – Preisexplosionen bei Frachtleistungen –Verspätungsschäden – Leistungsstörungen beim Transport
Einleitung und Problemaufriss
Weltweit sind die Logistikprozesse gestört und Unternehmen bekommen dies mehr und mehr zu spüren. In Folge der Covid-19-Pandemie haben sich ursprünglich ausbalancierte Warenströme verschoben. Verschärft wurde die Lage durch die Havarie des Containerfrachtschiffes Ever Given im Suezkanal. Die Folge sind explodierende Frachtraten, insbesondere im Seetransport: Containerfrachtraten auf dem Spotmarkt haben sich innerhalb eines Jahres je nach Strecke teilweise verdreifacht (Handelsblatt, 10.2.2022, S. 4). Reedereien und Seefrachtspediteure erreichen nie dagewesene Profite. Handelsunternehmen bauen vereinzelt eigene Seetransportkapazitäten auf (so LIDL laut Verkehrsrundschau online vom 5.4.2022). Auch weiter kommt es Covid-19-bedingt in China zu Sperrungen oder zumindest erheblichen Kapazitätseinschränkungen von Häfen (zuletzt Shanghai, im März 2022 Shenzhen). Die Störungen der Transportprozesse führen zu sog. port congestions. Die früher belastbaren ETA’s (estimated time of arrival für Seetransporte) stellen sich auf vielen Strecken bestenfalls noch als spekulative Größenordnungen dar. Der Krieg in der Ukraine hat zu massiven Verteuerungen der Kraftstoffpreise geführt. Der Groß- und Außenhandelsverband warnt vor einer Pleitewelle bei mittelständischen Speditionen und Frachtunternehmen (6.4.2022). Zugleich wird der allgemeine Fachkräftemangel in der Branche dadurch verschärft, dass ca. 100.000 ukrainische Fahrer, die zumeist für auch in Deutschland tätigen Speditionen in osteuropäischen EU-Ländern eingesetzt waren, kriegsbedingt wegfallen (Handelsblatt, 1.4.2022, S. 23).
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