6. Juli 2026
Wo EmpCo auf SEO-Inhalte trifft
Ergebnisse, die bei einer Suchanfrage ganz oben in der Trefferliste erscheinen, gewinnen Aufmerksamkeit. Genau hier setzt SEO-Marketing („search engine optimization“) an: Durch die gezielte Optimierung von Inhalten soll deren Sichtbarkeit erhöht werden. Doch mit der Empowering Consumers Directive („EmpCo“) rückt auch die Transparenz von Online-Inhalten in den Fokus – und damit gerade jene Inhalte, die im Rahmen von SEO-Maßnahmen ausgespielt werden.
Welche SEO-Inhalte von der EmpCo betroffen sein können
SEO beschränkt sich nicht auf sog. „Keywords“ – vielmehr werden zahlreiche Marketinginhalte gezielt für Suchmaschinen optimiert. Dazu gehören insbesondere:
EmpCo-Check für SEO-Inhalte
Wie sich die EmpCo-Vorgaben konkret auf SEO-Maßnahmen auswirken können, zeigt folgendes Beispiel:
Ein Bekleidungsunternehmen bewirbt seine Produkte mit Texten wie „Umweltfreundliche Kleidung – stylische Bio-Mode“ oder „Qualitative und nachhaltige Mode für jeden Geschmack. Fair produziert in Österreich. Transparent und öko.“
Diese Begriffe sind klassische Beispiele von SEO-Keywords und sollen die gewünschte Zielgruppe gezielt bei Suchanfragen ansprechen.
Mit der EmpCo werden jedoch die Anforderungen an umwelt- und nachhaltigkeitsbezogene Werbung verschärft. Aussagen wie „umweltfreundlich“, „nachhaltig“ oder „öko“ sind künftig nur in engen Grenzen zulässig oder müssen hinreichend spezifiziert werden. Gerade solche prägnanten Schlagworte werden jedoch – wie das vorstehende Beispiel zeigt – häufig im SEO-Marketing herangezogen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.
Darin liegt die besondere Herausforderung bei der Implementierung von EmpCo-Compliance im SEO-Marketing. Meta Titles, Descriptions oder Snippets sollten möglichst prägnant formuliert werden und unterliegen oft Zeichenbeschränkungen. Der begrenzte Platz entbindet die Unternehmen jedoch nicht von den neuen Anforderungen. Bestehende SEO-Maßnahmen sollten daher frühzeitig auf EmpCo-Konformität überprüft und erforderlichenfalls angepasst werden.
„SEO-Audit“
Im ersten Schritt empfiehlt sich ein SEO-Audit: Websites und Content sollten auf Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen überprüft werden. Dadurch lassen sich potenzielle Risiken erkennen. Die Inhalte sollten im nächsten Schritt an die EmpCo-Anforderungen angepasst werden, etwa durch die Einbindung belastbarer Nachweise oder die Wahl anderer zulässiger Umformulierungen. Anschließend empfiehlt sich ein laufendes Monitoring, um sicherzustellen, dass die ausgespielten Inhalte der EmpCo langfristig entsprechen.
Fazit
SEO-Marketing und EmpCo-Compliance müssen künftig Hand in Hand gehen. Unternehmen sind künftig gefordert, Suchmaschinenoptimierung und regulatorische Anforderungen gleichermaßen zu berücksichtigen. Wer bestehende SEO-Maßnahmen frühzeitig überprüft und anpasst, kann rechtliche Risiken reduzieren und gleichzeitig die Sichtbarkeit in Suchmaschinen im Einklang mit der EmpCo gewährleisten.
von Dr. Martin Prohaska-Marchried und Mag. Tereza Grünvaldska