Taylor Wessing veröffentlicht den Taylor Wessing Global IP Index

13.05.2011  |  Patentrecht, Trade Marks & Designs, Urheber- & Medienrecht

Deutschland bietet im globalen Vergleich den besten Schutz für Geistiges Eigentum

> Geistiges Eigentum gewinnt weltweit an Bedeutung
> Internationale Rechtsangleichung kommt voran
> China, Polen und Russland mit deutlichen Fortschritten
> Mehr als 14.000 Einschätzungen zu IP- Rechtssystemen in 24 Industrienationen


Immer mehr aufstrebende Industrienationen entdecken die Bedeutung von Marken, Patenten und Copyrights und verbessern den Schutz von Geistigem Eigentum. In Indien und China können sich Markenhersteller aber immer noch am wenigsten vor Kopierern und Fälschern schützen. Deutschland bietet aus Sicht von Unternehmen den besten Rechtsschutz weltweit und löst Großbritannien als bisher führende Nation ab.

Das ist das Ergebnis des neuen Taylor Wessing Global Intellectual Property Index 2011(GIPI). Die umfassende Studie zeigt, wie Unternehmen den Rechtsschutz für Geistiges Eigentum in den global 24 wichtigsten Wirtschaftsnationen beurteilen. Die Untersuchung vergleicht den Stand der Gesetzgebung, aktuelle Urteile, wirtschaftliche Kennzahlen und über 14.000 Einschätzungen von Inhouse-Juristen und Unternehmern weltweit. Nach 2008 und 2009 liegt nun die dritte Ausgabe vor.

Weltweite Rechtsangleichung kommt voran
In vielen Schwellenländern und aufstrebenden Industrienationen können Unternehmen ihre Marken, Patente, Designs und Copyrights besser absichern als in den Vorjahren. Selbst Länder mit bisher schlechten Bewertungen zeigen Fortschritte. Polen, Russland, China und Mexiko konnten im Gesamtranking am deutlichsten zulegen. Italien und Spanien konnten sich ebenfalls verbessern, sind aber aus Sicht der Unternehmen noch weit von deutschen Rechtsstandards entfernt. „Trotz aller Harmonisierungsbemühungen sind die Unterschiede in der EU erstaunlich groß“, kommentiert Dr. Wiebke Baars, Partnerin im Markenrecht von Taylor Wessing Hamburg.

China entdeckt die Bedeutung von Schutzrechten
Obwohl China und Indien im Ranking die beiden letzten Plätze einnehmen, trennen beide Länder im Urteil der Unternehmen Welten. „Die chinesische Regierung bemüht sich sehr, das Image eines Piratenstaates abzuschütteln“, weiß Dr. Thomas Pattloch, IP Experte für China im Münchner Büro von Taylor Wessing und früherer Beauftragter für Geistiges Eigentum der EU-Kommission für die VR China: „Chinesische Unternehmen sind jetzt aufgefordert, vermehrt eigene Patente, Marken und Copyrights in China zu schützen.“ Das sorgt aktuell für enorm hohe Anmeldezahlen im Land. Dr. Thomas Pattloch: „In wenigen Jahren wird China nicht mehr den Besitz von Technologien als wichtigste nationale Aufgabe betrachten, sondern den Besitz von Schutzrechten. Chinesische Unternehmen werden ihre Schutzrechte aktiv auf den Weltmärkten einsetzen.“

Kosteneffizienz ist ein zunehmend wichtiger Faktor
Positiv bewerteten die Teilnehmer der Studie, wenn gesetzliche Regelungen und Gerichtsentscheidungen zu Schutzrechten in den einzelnen Ländern fachkundig und branchennah ausfallen, Verfahren straff strukturiert sind und die Behörden möglichst wenig bürokratische Hemmnisse aufbauen. Als Folge der Wirtschaftskrise achten Unternehmen zudem vermehrt auf die Kosten für das Anmelden, Durchsetzen und Verteidigen von Schutzrechten. Deutschland liegt bei der Kosteneffizienz weltweit an der Spitze. Die USA rangieren dagegen beim Schutz von Marken und Patenten noch hinter Russland unter den fünf teuersten Ländern. In Indien und China kostet der Schutz des Geistigen Eigentums am meisten. „Unternehmen, die dort produzieren, müssen auch ihre Rechte dort anmelden, um Fälschern das Handwerk legen zu können“, sagt Markenrechtsexpertin Dr. Wiebke Baars.

Schutzrechte der Digitalen Welt nicht mehr angemessen?
Illegale Downloads aus dem Internet sind nach wie vor weltweit ein ungelöstes Problem. Im Visier der Rechteinhaber sind vor allem große Online-Suchmaschinen, Videoportale und Soziale Netzwerke, über die Nutzer Raubkopien anbieten und verteilen, sowie Diensteanbieter, die Inhalte anderer Websites kopieren. Selbst in den Ländern der EU gibt es hierzu noch keine einheitliche Rechtsprechung. Die befragten Unternehmen erwarten aber, dass der Europäische Gerichtshof künftig eine einheitliche Linie entwickeln wird. Weltweit sehr unterschiedlich geregelt sind auch die Anforderungen an den Schutz persönlicher Daten im Internet. Während Australien kleinere und mittlere Unternehmen von den dort geltenden Datenschutzregeln befreit, bewerten die Unternehmen den deutschen Datenschutz als strengsten der Welt und damit auch als große Hürde für die Wirtschaft. Erwartet wird aber, dass sich auch der Datenschutz weltweit angleichen wird. Etliche Länder, darunter Südafrika, Brasilien und Indien, planen Reformen und orientieren sich dabei vor allem den Vorgaben der EU.

Weitere Informationen zum Global IP Index 2011 finden Sie unter:

http://www.taylorwessing.com/ipindex/

 
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